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Schengen: eine Zäsur zwischen Europas Vergangenheit und Zukunft |
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von Christian Jostmann Ob auch am Abend des 21. Dezember ein großer Schriftsteller sagen wird: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus . . .“? Weltgeschichte wäre vielleicht etwas hoch gegriffen, aber für Europa ist der 21. Dezember 2007 definitiv ein historischer Tag. Von diesem Tag an wird in Polen, Tschechien und fast allen übrigen EU-Beitrittsländern von 2004 das „Schengener Durchführungsübereinkommen“ angewandt. Das heißt, dann entfallen die Kontrollen an den Staatsgrenzen, und man kann von Deutschland, wie schon seit Jahren nach Frankreich oder Österreich, auch nach Polen und Tschechien fahren, ohne das Ritual der Personen- und Zollkontrolle über sich ergehen lassen zu müssen. |
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Die deutschen Grenzen verfallen im „Schengen-Raum“
von Christian Jostmann Zuerst erschienen in: Süddeutsche Zeitung, Feuilleton, 16.11.2006Deutschland wird grenzenlos. Eigentlich sollten die Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz ja schon im kommenden Jahr geöffnet werden. Allein wegen technischer Probleme bei der Entwicklung des „Schengener Informationssystems II“, der zukünftigen europaweiten Fahndungsdatenbank, werden sich die Personenkontrollen womöglich noch bis Anfang 2009 verlängern. Doch dann werden Deutschlands Grenzen auf ihrer gesamten Länge von 3757 Kilometern offen sein. |
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Seit dem Schengen-Abkommen sind die Grenzen zwischen Österreich, Deutschland und Italien ein kilometerlanges Denkmal. Ein Lokalaugenschein von Christian Jostmann Zuerst erschienen in: Die Furche, Feuilleton, 25.05.2006 Wer das Wort „Grenze“ hört, blickt mit dem inneren Auge unwillkürlich nach Osten. Das Wort lässt an die neue Außengrenze der EU denken, die sich weit nach Osten verschoben hat. In letzter Zeit rückt auch die Grenze zu den östlichen Nachbarländern, zu Tschechien, Ungarn, Slowenien und der Slowakei, wieder stärker ins Blickfeld. Denn bald schon, voraussichtlich im Oktober 2007, sollen die neuen EU-Mitglieder in den Schengen-Raum eingegliedert werden. An der Grenze, die derzeit noch das Bundesheer überwacht, werden dann alle Kontrollen wegfallen. |
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